Jahresbericht 2015

Allgemeines

Das Jahr 2015 war ein sehr ereignisreiches und erfolgreiches Jahr für unseren Verein und für die Bücherei.
Das schönste und wichtigste Ereignis war die Auszeichnung mit dem Förderpreis für hessische Bibliotheken, verliehen von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und dem Deutschen Bibliotheksverband. Darauf sind wir sehr stolz! Verbunden war der Preis außerdem mit einem Preisgeld von 1.500,- Euro, welches wir sehr gut gebrauchen können.
Weiterhin haben wir uns noch für den Kulturpreis des Kreises Waldeck-Frankenberg beworben, bei dem wir leider nicht zum Zuge kamen. Dafür erhielten wir von der Sparkasse Waldeck-Frankenberg im Rahmen ihrer Aktion „Adventskalender“ 250,- Euro für unser Projekt „Flüchtlingsbibliothek“.
Beide Summen gingen erst im Jahr 2016 auf unserem Konto ein, das Geld ist daher im Kassenbericht 2015 noch nicht enthalten.

Unser Verein konnte 3 neue Mitglieder gewinnen und zählt nun – unter Berücksichtigung der Austritte, die es leider auch gibt – 64 Mitglieder. Wir heißen unsere neuen Mitglieder noch einmal ganz herzlich willkommen.
Verabschieden müssen wir uns bedauerlicherweise von Sabine Belz, die Anfang diesen Jahres weggezogen ist. In den letzten Jahren hat sie für unseren Verein zwei sehr schöne Veranstaltungen in der BAC ausgerichtet sowie unsere Beiträge für die Rubrik „Buchtipp“ in der WLZ organisiert und dabei auch selbst viele interessante Rezensionen verfasst. Außerdem hat sie sehr engagiert bei der Homepage und der Erstellung unseres neuen Flyers mitgearbeitet.
Sie hat unsere Arbeit durch ihre Erfahrung und ihre Kompetenz sehr bereichert. Dafür sagen wir an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich Danke und wünschen ihr alles Gute in ihrer neuen Heimat.

Finanzen

Im Jahr 2015 konnten wir bei einem Anfangsbestand von 4979,81 Euro Einnahmen von 6766,57 Euro verbuchen.
Trotzdem wir keine größeren Spendenaktionen initiiert haben, erhielten wir von Privatpersonen, Firmen und anderen Institutionen Spenden von insgesamt 3.165,96 Euro. Unsere kleine Spardose, in die uns dankbare Leser von Zeit zu Zeit etwas hineinwerfen, konnte dazu immerhin rund 250 Euro beitragen. Bei allen Spendern bedanken wir uns ganz herzlich für ihre Unterstützung!
Andere Einnahmequellen waren unsere Bücherflohmärkte, die wir zum Ostermarkt, Markt am Schloß, Weinfest und Barocksonntag veranstaltet haben (rund 820,- Euro) und unsere diversen Veranstaltungen (921,- Euro). Hinzu kamen außerdem unsere Mitgliedsbeiträge in der Höhe von 1860,- Euro.
Dem gegenüber standen Ausgaben von insgesamt 4702,46 Euro.
Der Kontostand am 31.12.2015 betrug somit 7043,92 Euro.
Näheres hierzu wird uns Anja Unnewehr in ihrem Kassenbericht erläutern, der überdies jederzeit eingesehen werden kann.

Veranstaltungen

Im letzten Jahr hatten wir eine Reihe ganz verschiedener Veranstaltungen, begonnen im März mit einem sehr gut besuchten Vortrag von Prof. Bergmann über den Frühling der Vogelstimmen, es folgte im April der Vortrag Raum für eine Hell-Seherin. Christa Wolf und Barbara Beisinghoff von Dr. E. Riemer-Buddecke und Prof. Dr. Silke von der Emde. Frau Beisinghoff war so großzügig, ihre wunderschönen Bilder dazu in unserer Bücherei zu präsentieren und zu erläutern.
Im Mai stellte Prof. Bergmann sein neues Buch Die Federn der Vögel Mitteleuropas vor, ergänzt durch eine Ausstellung seiner beeindruckenden Sammlung von Vogelfedern.
Ein Event der besonderen Art gab es dann im Juli: Für eine 5-Sinne-Erlebnislesung hatten wir die Autorin Maria W. Peter eingeladen, aus ihrem Historienroman Die Küste der Freiheit zu lesen. Flankiert wurde die Lesung durch zwei Historiendarsteller der Gesellschaft für hessische Militär- und Zivilgeschichte und ein leckeres Buffet zeitgenössischer Speisen. Die beiden Herren wussten so anschaulich über Leben und Ausrüstung der hessischen Truppen im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg zu berichten, dass sie der Autorin beinahe die Show gestohlen hätten . Angeregt und unterstützt wurde diese Veranstaltung vom Touristik-Service der Stadt Bad Arolsen, vielen herzlichen Dank dafür.
Im September hatten wir die Eine-Welt-Gruppe Bad Arolsens zu Gast in der Bücherei. Unter dem Titel Wie viel brauchst du zum Leben – und ich? hielt die Geschäftsführerin der GLS Treuhand, Dr. Annette Massmann einen aufschlußreichen Vortrag über Chancen und Grenzen des fairen Handels.
Im Rahmen der Bad Arolser Präventionswochen im Oktober konnten wir die Mitarbeiterin der Schön-Klinik Britta Rüsseler für einen sehr instruktiven Vortrag über das therapeutische Konzept der Achtsamkeit gewinnen.
Den Abschluss bildete im November unser literarischer Abend Esst mehr Bücher mit Heiko Schimmelpfeng und Markus Angebauer, veranstaltet in der BAC. Begleitet wurden die beiden durch den jungen Zither-Spieler Fabian Eicke.
An vier Wochenenden (zum Ostermarkt, Barocksonntag, Weinfest und Markt am Schloß) haben wir die Bücherei geöffnet und Flohmärkte veranstaltet, zum Weihnachtsmarkt ein weihnachtliches Lesecafé mit Punsch und Plätzchen angeboten.

Flyer, Buchtipp und Bücherstammtisch

Unser neuer Flyer ist da. Was aus Zeitdruck zunächst als Provisorium geplant war, nämlich den Flyer am PC selbst zu gestalten und mittels Drucker zu vervielfältigen, hat uns dann so gut gefallen, dass wir nun als Endprodukt vollauf zufrieden damit sind. Wer Interesse hat, den Flyer zu verteilen, kann sich gerne einige Exemplare in der Bücherei abholen.
Wegen des Verkaufs der WLZ an die HNA hat sich auch der Kulturteil der Zeitung verändert, zeitgleich mit dem Ausscheiden von Sabine Belz aus unserem Verein wurde leider auch die regelmäßige Rubrik „Buchtipp“ eingestellt. Im letzten Jahr hatten neben Frau Belz auch Kathrin Scheiding, Philipp Kesting und Anne Rüter interessante und lesenswerte Buchbesprechungen verfasst. Es wäre sehr schön, wenn wir mit diesen Rezensenten eine neue publizistische Bleibe finden könnten.
Unser Bücherstammtisch findet immer noch jeden ersten Dienstag im Monat statt und steht jedem Interessierten offen.
Alle Termine können auf unserer Homepage, die von Fabian Unnewehr gepflegt wird, eingesehen werden ( www.foerderverein-christine-brueckner-buecherei.de )

Projekte für 2016: Neue Bibliothekssoftware und Flüchtlingsbibliothek

Zwei wichtige Projekte, die wir letztes Jahr in Angriff genommen haben, werden dieses Jahr den Großteil unserer personellen und finanziellen Kapazitäten beanspruchen:
Das dringlichste Vorhaben ist die Anschaffung einer neuen Bibliothekssoftware, die wir nun beschlossen haben. Geplant ist die Umstellung auf die Bibliothekssoftware WinBIAPnet der Firma Datronic, die sich auch in den Stadtbüchereien von Korbach, Frankenberg und Bad Wildungen bewährt hat. Die neue Software bietet ungleich mehr Möglichkeiten, wie öffentlichen Zugang für Leser über Internet und Schnittstellen für die Ausleihe von E-Books, welche wir mittelfristig auch anstreben. Die erstmalige Anschaffung würde laut Angebot ca. 9.500,- Euro brutto kosten, darin enthalten wären Installations- und Schulungskosten, sowie die Wartungskosten für die nächsten drei Jahre. Zusätzlich müssen wir noch einen PC und einige andere Geräte anschaffen.
Von der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken, Kassel, wurde uns eine finanzielle Unterstützung in Aussicht gestellt; einen entsprechenden Förderantrag hat die Stadt Anfang des Jahres gestellt. Unser Verein muss jedoch den nicht unerheblichen Eigenanteil von 5.000,- Euro selbst schultern. Wir haben bereits eine ganze Reihe von Bittbriefen an mögliche Sponsoren verschickt, die zu unserer großen Freude schon auf Resonanz gestoßen sind! Wir haben daher die berechtigte Hoffnung, das benötigte Geld über diese Spendenaktion zusammenzubekommen.

Die Umstellung ist für Mitte September geplant und wird mit hohem organisatorischen Aufwand verbunden sein.

Ein weiteres Projekt ist der Aufbau eines speziellen Medienangebotes für Flüchtlinge, das vor allem beim Spracherwerb, aber auch bei der Integration ganz allgemein behilflich sein soll. Darüber hinaus wollen wir aber auch solche Literatur anschaffen, die den heimischen Bürgern das Verständnis für die Situation der Flüchtlinge und die sie verursachende politische Lage erleichtert.
Hierfür haben wir im letzten Jahr schon einige Spenden erhalten, das Geld aber noch nicht vollständig ausgegeben. Das Problem war, dass der Buchmarkt sich vom Angebot her noch nicht wirklich auf die neue Situation einstellen konnte. Wir mussten auch erst einmal herausfinden, was hier vor Ort benötigt wird. Mittlerweile bekommen wir jedoch jetzt auch Anfragen aus den hiesigen Flüchtlings-unterkünften, von Betreuern oder den Zuzöglingen selbst, nach geeigneter Literatur.

Medienetat

In einer gemeinsamen Anstrengung von Stadt, Förderverein und evangelischer Kirchengemeinde ist es uns im vergangenen Jahr wieder gelungen, einen Medienzuschuss des Landes Hessen zu beantragen und auch in Höhe von 12.500,- Euro zu erhalten. Nach Aufteilung der gesamten Summe von 20.500,- Euro entfiel auf die Christine-Brückner-Bücherei ein Betrag von 11.531,25 Euro.
Leider ging der Bewilligungsbescheid wie auch im Jahr zuvor sehr spät ein, nämlich erst Anfang Juli, was zur Folge hatte, dass wir wieder nur die kurze Frist bis Mitte November hatten, das Geld auszugeben.

Entwicklung der Bücherei

Auch in ihrem zweiten Jahr verlief die Entwicklung unserer Bücherei sehr erfreulich!
2015 konnten wir 242 Neuanmeldungen verzeichnen und hatten am 31.12.2015 insgesamt 882 eingetragene Benutzer – nicht gezählt die Leser der evangelischen Kinder- und Jugendbücherei, deren Ausweis auch bei uns gültig ist. Immer noch verzeichnen wir jede Woche Neuanmeldungen.
Bei einem Bestand von 9589 Medien gab es 5083 Ausleihvorgänge, bei denen insgesamt 14.790 Medien ausgeliehen wurden. Das entspricht einer durchschnittlichen Umschlagrate von 1,54 und zeigt uns, dass wir bei unserer Einkaufsstrategie richtig liegen.
Unser Team hat sich um zwei Mitarbeiterinnen erweitert, über personelle Engpässe während der Öffnungszeiten können wir uns also nicht beschweren – eine Situation, von der manch anderer Verein nur träumen kann.

Trotzdem wünschen wir uns bei den anstehenden Aufgaben noch Unterstützung: Vor allem bei der Planung und Durchführung von Veranstaltungen und der Belebung unserer Homepage können wir noch gut personelle Verstärkung gebrauchen!

Allen Mitgliedern sei ganz herzlich für Ihre Unterstützung im letzten Jahr gedankt!

23.03.2016 Eva Gröll-Wachenfeld

19.02.2016 – Eine-Welt-Gruppe Bad Arolsen – Bericht aus Nepal

Plakat Vortrag Katharina B-1-1-page-001Katharina Biermann, Lehramtsstudentin an der Universität Dortmund, war von September 2014 bis Februar 2015 in Nepal und hat dort als Freiwillige in dem von uns seit Jahren unterstützten Projekt der Women’s Foundation Nepal mitgearbeitet. In ihrem Vortrag berichtet sie von ihrer Arbeit in einer Schule in Katmandu und dem Projekt der Women’s Foundation in Nepal. Abgerundet wird der Vortrag durch Bilder, die auf ihren Reisen durch Nepal entstanden. Die Eine-Welt-Gruppe Arolsen lädt zu diesem Abend alle Interessierten und Nepal-Spender recht herzlich ein.

Christine-Brückner-Bücherei
im Bürgerhaus Bad Arolsen
Freitag, 19. Februar 2016
19:30 Uhr

WLZ, 16.01.16 – „Wir waren so glücklich“

24 zukunftsweisende Projekte dank Sparkassen-Adventskalender großen Schritt weiter

von Christina Deuse

KORBACH. Eine gute Idee kam erst bei der Preisverleihung und wäre auch mit noch so viel ehrenamtlichem Engagement nicht umzusetzen: die Adventszeit zu verlängern, damit alle Projekte zum Zuge kommen – denn verdient hätten sie es allesamt. Das war der Tenor bei der Preisverleihung, zu der Michael Bott als Vorstandsvorsitzender der Sparkasse-Waldeck-Frankenberg Vertreter all jener Vereine begrüßte, die bei der Aktion Adventskalender 2015 zu den Gewinnern zählten.
„Wir waren so glücklich“, berichteten Erich Kirchhainer und Doris Mann vom Förderverein der Schulgemeinschaft Rosenthal von der Überraschung am Nikolaustag. Ohne die Spende von 2000 Euro würde das Projekt „Kinder machen Zirkus“ der integrativen Schulgemeinschaft ein Wunschtraum bleiben.

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WLZ, 10.12.15 – Wissen für jeden im Regal

Christine-Brückner-Bücherei in Bad Arolsen bekommt Förderpreis des Bibliotheksverbands

von Theresa Demski

BAD AROLSEN. Ein Treffpunkt will die Christine-Brückner-Bücherei in Bad Arolsen sein. Ein Ort, der ohne Schwellenängste Wissen und Erkenntnis anbietet. „Und weil Ihnen das so gut gelingt, verleihen wir Ihnen heute den Förderpreis im Rahmen des Hessischen Bibliothekspreises“, erklärte Dr. Sabine Homilius, Vorsitzende des Deutschen Bibliotheksverbands in Hessen gestern Nachmittag bei einer kleinen Feierstunde.
Gemeinsam mit der Sparkassen-Kulturstiftung verleiht der Verband jährlich den mit 1500 Euro dotierten Preis an ehrenamtlich geführte öffentliche Büchereien.
„Damit wollen wir daran erinnern, dass Bibliotheken den Weg zu Kultureinrichtungen eröffnen“, betonte Dr. Thomas Wurzel, Geschäftsführer der Sparkassen-Kulturstiftung.

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Buchtipp – Geschichte des Westens

erschienen in der WLZ im Dezember 2015

Der emeritierte Berliner Geschichtsprofessor Heinrich August Winkler, hochgeschätzter Grandseigneur der deutschen Historikerzunft, beendete in diesem Jahr seine vierbändige, voluminöse Werkreihe „Geschichte des Westens“ mit dem Abschlussband „Die Zeit der Gegenwart“. In diesem letzten Band untersucht er die Jahre von 1991 bis 2014: die Zeitspanne von der Auflösung des Ost-West- Gegensatzes bis zur Jetztzeit, „dem Ende aller Sicherheit“. Die Geschichte der westlichen Welt, in der er die großen historischen Linien der Menschheitsentwicklung schlüssig herausarbeitet und mit verblüffendem Hintergrund- und Detailwissen die Ereignisse einordnet und teilweise neu deutet, ist mit großem Erkenntnisgewinn zu lesen.

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28.11.2015 – Esst mehr Bücher, Kulinarische Lesung

Handzettel vorn.pdfMarcus Angebauer und Heiko Schimmelpfeng laden als Vorleser zu einem literarischen Schlachtfest ein. Sie servieren mit ihrem Programm „Esst mehr Bücher!“ Texthäppchen aus der Welt der Kulinarik. von Tschechow bis John Irving, von Ernst Jandl bis Loriot. Musikalisch begleitet wird die Lesung von Fabian Eicke an der Zither.
Eigentlich braucht der Mensch nur zwei Dinge zum wahren Leben – Kulinarisches und Literatur. Um Literatur, die der Kulinarik gewidmet ist, dreht sich alles in dieser Lesung. So rufen die Vorleser ihrem Publikum zu: Esst mehr Bücher! Kostet Kafka, Kästner & Kaléko! Fresst Brecht, Bellow, Barth und schickt sie mit Schnitzler, Sand und Scott durch eure Peristaltik. Denn unvergessen ist die Offenbarung des Johannes: In eurem Munde wird das kleine Buch sein süß wie Honig…

Marcus Angebauer, 1967 in Frankfurt geboren, hat nach langjähriger journalistischer Tätigkeit zum Lehrerberuf gewechselt. Er lebt in Kassel.
Heiko Schimmelpfeng, Jahrgang 1974, ist in Bad Arolsen aufgewachsen. Er ist Redakteur des (k) KulturMagazins. Die beiden Vorleser touren seit rund einem Jahrzehnt mit wechselnden literarischen Programmen durch die Region.
Fabian Eicke, 1997 geboren in Kassel, begann mit 6 Jahren den Unterricht (in der Musikwerkstatt Anklang bei Axel Rüdiger in Kassel) an der Zither – ein Instrument, das zu Unrecht nur mit Volksmusik verbunden wird. Er ist einer der jüngsten und ungewöhnlichsten Zither-Spieler Deutschlands und wird die literarischen Kostproben musikalisch – ganz auf seine Art – einrahmen.

Esst mehr Bücher!
Organisation: Förderverein Christine-Brückner-Bücherei
Moderation: Sabine Belz
Samstag, 28. November, 19:30 Uhr
Eintritt: 11/5 €
Vorverkauf: Buchhandlung Aumann, Tel 05691 3553

34454 Bad Arolsen, Deutschland

BAC-Theater – In den Siepen 6, 34454 Bad Arolsen

Buchtipp – Im Frühling sterben

erschienen in der WLZ am 14.10.2015

Starke Bilder in poetischer Wortwahl – das ist es, was man bei Ralf Rothmann schätzt. In seinem neuesten Werk „Im Frühling sterben“ übertrifft er sich selbst, wenn er voller Poesie und dennoch unnachahmlich eindringlich von den letzten Wochen des 2. Weltkriegs und dem beginnenden, fragilen Frieden berichtet.

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WLZ, 11.09.15 – Hoffnung für die Ärmsten

Dr. Annette Massmann über Chancen des fairen Handels
Eine nüchterne Bilanz der Entwicklung in den sogenannten Dritte-Welt-Ländern zog die Geschäftsführerin der Zukunftsstiftung Entwicklung, Dr. Annette Massmann, auf Einladung der Eine-Welt-Gruppe und des Fördervereins der Christine-Brückner-Bücherei.

von Armin Hass

Bad Arolsen. Bei ihrem Vortrag lenkte sie den Blick auf verbrannte Böden, auf denen in Kenia zuvor Ananas für den Verkauf in Supermärkten der Industrieländer geerntet wurden, auf verarmte Bauernfamilien, die sich die teuren Hybridsämereien nicht leisten können, auf Kinderarbeit, die Vertreibung von Flächen, die im Wege des renditebringenden „Land Grabbings“ verkauft werden oder den absehbaren Einsturz eines Fabrikgebäudes in Bangladesch, bei dem 1138 Textilarbeiterinnen ums Leben kamen, weil die Vorgesetzten die deutlich sichtbaren Risse in den Wänden ignorierten, auf korrupte Regierungen und Handelsbeziehungen, die den armen Ländern nur das Nachsehen lassen und ihnen noch nicht mal für den Verkauf von dringend benötigten Rohstoffen für die eigene Entwicklung wichtige Devisen bringen.

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Buchtipp – Sex macht Spaß

erschienen in der WLZ am 08.09.2015

Goethe ist in allen Dingen des Lebens eine gute Adresse, auch zum vorliegenden Buch mag man einige seiner Gedichtzeilen assoziieren, nämlich aus „Willkommen und Abschied“ einer Nacht bei der geliebten Friederike in Sesenheim. Beim Willkommen heißt es da:„Ein rosenfarbenes Frühlingswetter umgab das liebliche Gesicht,…“ und beim Abschied: „In deinen Küssen welche Wonne! In deinen Augen welcher Schmerz!“
Dass die menschlichen Augen als Spiegel der Seele erkannt werden wegen des Weißen im Auge und der bewegten Gesichtsmuskulatur, der Mimik ums Auge herum, weiß nicht nur Goethe, sondern bestätigen auch Evolutionsbiologen wie die Autoren des vorliegenden Buches. So wurden und werden junge Frauen mit Kulleraugen sexuell bevorzugt, wie auch Männer mit ausdrucksvoller Augenpartie, heisst es hier.

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Buchtipp – Ein ganzes Leben

erschienen in der WLZ am 13.08.2015

Was macht es letztlich aus, das Leben? Wo führt es hin und was passiert in der Zwischenzeit? Und was genau ist das Essenzielle bei dem, was wir „das Leben“ nennen?
Dieser Frage widmet sich Robert Seethaler in diesem Roman der leisen Zwischentöne, in dem er die Geschichte des Tagelöhners, Handlangers und Seilbahnarbeiters Andreas Egger erzählt. Egger wird in einem Bergdorf irgendwann um die Jahrhundertwende herum geboren und sein Leben ist vor allem eins: hart. In der Kindheit geprügelt, bis ihm die Knochen brechen, muss er sein Leben mit einem hinkenden Bein meistern, was Egger aber nicht von harter Arbeit abhält.

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